• Tennis ist ein Sport der Eleganz, zumindest in der Theorie. In der Praxis lebt er von Emotionen, Ausrastern und Charakterköpfen, die den weißen Linien ordentlich Farbe verleihen. Allen voran John McEnroe. „You can’t be serious, man! You can’t be serious!“. Ein Satz, der mehr Nachhall hat als so mancher Grand-Slam-Sieg. McEnroe spielte nicht nur Tennis, er führte Gespräche mit dem Schiedsrichter, lautstark und unüberhörbar.
    Der nächste, Jimmy Connors. Selbst über 1200 Spiele und 109 Tuniersiege ließen ihn nie müde werden und IceTea, von Lipton, wurde bei ihm warm. Der brauchte keinen Wutausbruch, er brachte gleich das ganze Stadion zum Kochen.
    Greg Rusedski hatte einen Aufschlag und ein Gesichtsausdruck wie ein Donnerschlag bei einem Gewitter. Da wusste jeder Returnspieler und Schiedsrichter, es wird ungemütlich. Auch nicht von schlechten Eltern war sein ungehobeltes Englisch. Die Briten wurden ihn wahrscheinlich auf Grund dessen an Kanada los.
    Dann Marat Safin, der Künstler der Zerstörung. Kaum ein Schläger war vor ihm sicher. Seine Matches waren halbe Dramen, halbe Materialtests. In seine Fußstapfen tritt Alexander Bublik, der früh bekannte: „Ich hasse Tennis, ich spiele nur wegen des Geldes.“ Eine Ehrlichkeit, so trocken wie ein ganzer Schläger.
    Und schließlich Daniil Medvedev, der moderne Provokateur: „Can you imagine how stupid this call is? This is going to be on Tennis TV, bro!“ – zu einer Schiedsrichterin.
    Sie alle zeigen es, Tennis ist nicht nur Technik und Taktik, es ist Theater und manchmal sind die größten Rüpel, auch die größten Entertainer.

  • So, N. Djoković souverän in der nächsten Runde. Leider dauerte das Match bis in die späten Nachtstunden und wurde erst im 5. Satz im Tie Break entschieden. 5:15 Stunden auf dem Court sind in dem Alter nicht einfach und trotzdem reichte es. In der nächsten Runde (Halbfinale) darf er sich nun mit J. Sinner messen, den er in einem ähnlich langen Match erst kürzlich bei den Australian Open vermöbelte. Nichts mehr gewohnt diese Jugend, hoffen wir also auf das Beste.


    Interview hinterher

    (ich hab meinen Kindern gesagt, die sollen ins Bett, aber sie sind geblieben...bestes Match auf dem Court...wie war die Frage?)

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